JOSEF ROSNER

Eine recht (un)bequeme Wahrheit

Osterhofen, 29.August 2008:

Umweltkatastrophen

Sicher haben Sie die Fussball-EM in der Schweiz und in ├ľsterreich aufmerksam verfolgt und haben auch speziell die Wasserschlacht im Berner Stadion gesehen. Vielleicht k├Ânnen Sie sich vorstellen, wie es bei uns aussehen wird, wenn der gesamte Meeresspiegel -und nicht nur des Atlantik - um mehr als drei Meter steigen wird.

Seit US-ExVizepr├Ąsident Al Gore mit seinem Umwelt-Katastrophenfilm -An Inconvenient Truth ┬Ě Eine unbequeme Wahrheit- die gemeine Politiker-Welt verbl├╝ffte und sogar noch den Nobelpreis daf├╝r bekam, ist alles, was mit Klima in Zusammenhang gebracht wird, (be)tr├╝gerischer Medienrummel. Auf die nahezu apokalyptischen Szenarien der Wissenschaftler folgen automatisch gebetsm├╝hlenartig Dementis und Verharmlosungen vor allem der CDU/CSU und anderer rechts-konservativer Kreise:

  • Erd-Erw├Ąrmungen habe es doch schon immer gegeben - alles halb so schlimm ...
  • und insbesonders schon direkt nach dem Urknall ?!?!

und schlie├člich verdanken wir unsere jetzige Existenz einer Erd-Erw├Ąrmung, die mit einem riesigen Meteoriteneinschlag - sozusagen einem zweiten Knall - die Eiszeit verabschiedete. Und seitem haben wir auch viele hausgemachte Probleme.

4,6 Milliarden Jahre Erde <--> 46 Jahre alter Mensch

Vergleicht man die Geschichte der vor ca. 4,6 Milliarden Jahren entstandenen Erde mit dem Leben eines 46 Jahre alten Menschen (verschiebe einfach 9 Kommastellen), was glauben Sie, seit wann es uns auf der Erde gibt ?

  • etwa 42 Jahre weiss man relativ wenig von der Erdgeschichte
  • erst vor 4 Jahren bev├Âlkerten die Dinosauriers den Planeten
  • vor weniger als acht Monaten entwickelten sich erste S├Ąugetiere
  • im Verlauf der letzten Woche entstanden hominide Wesen -Mitglieder der Familie der Menschen
  • seit vier Stunden erst gibt es den "modernen Menschen"
  • vor sechzig Minuten hat der Homo Sapiens den Ackerbau erlernt
  • vor einer Minute begann die industrielle Revolution

In diesen letzten sechzig Sekunden hat der Mensch:

  • die Erde in eine M├╝llhalde verwandelt
  • er hat Tausende von Pflanzen- und Tierarten ausgerottet
  • Hunderte von Millionen seiner eigenen Spezies umgebracht
  • die Rohstoffreserven des Planeten gepl├╝ndert
  • Boden, Luft und Wasser vergiftet
  • k├╝nftige Generationen mit strahlendem ATOM-Abfall belastet

In den n├Ąchsten Sekunden werden wir alle mit entscheiden, ob wir es zulassen wollen oder m├╝ssen, unser Leben auf der Erde ├╝berhaupt unm├Âglich zu machen. Es g├Ąbe auch die M├Âglichkeit, ein Bewusstsein zu entwickeln, das uns eine zuk├╝nftige Existenz im Einklang mit der Natur und der Erde ├╝berhaupt erm├Âglicht und auf Dauer erlaubt.

Klimaentwicklung und Szenarien

Man hat den Sommer des Jahres 2003 bereits als DEN Jahrhundert-Sommer ausgerufen, damit kann es bei uns vorerst nicht w├Ąrmer werden - logisch ! Die Klimaentwicklung ist jedoch ein globales Thema. Wenn in Bangladesch der Ganges ├╝ber die Ufer tritt und in New Orleans die D├Ąmme brechen, ist das tragisch. Aber ist das unser Problem? Schlie├člich werden auch die Badeseen ein paar Grad w├Ąrmer, wenn die Sonne mehr und intensiver scheint ...

Folgende Szenarien werden immer als spa├čig und ├╝bertrieben hingestellt

  • das Ozonloch -> Sonne scheint durch -> hei├č !
  • die Polkappen und Gletscher schmelzen von dannen -> der Meeresspiegel steigt !
  • die Holl├Ąnder packen ihr Auto samt Wohnanh├Ąnger und fl├╝chten ├╝ber die Autobahnen ins Gebirge !
  • das Gr├Ânland-Eis schmilzt weg -> kalbt -> bricht ein -> Folge ist ein Riesen-Tsunami !
  • alle Atomkraftwerke am Meer werden durch die Riesenwelle dem Erdboden gleichgemacht -> RiesenGAU !

Aber es gibt auch andere Meinungen, denn die Erd┬şerw├Ąrmung kann durchaus zu mehr Wolkenbildung f├╝hren, die Sonne dringt dann nicht mehr durch die dicken Wolkenschichten, die Folge ist, dass die Erde abk├╝hlt und der Golfstrom gestoppt wird. Damit steht als Scenario die n├Ąchste Eiszeit bevor, alle Alpenorte werden von wiederbelebten Gletschern niedergeb├╝gelt.

Man kann es drehen und wenden wie man will, es gibt kein einziges Szenario, welches nicht unheimlich erschreckend und schrecklich ist. Es leben einfach zu viele Menschen auf diesem Planeten und t├Ąglich werden es mehr, auch wenn alle 15 Sekunden ein Kind wegen schlechten Trinkwassers sterben muss. Es gibt auch weit verbreitete Meinungen, dass der beste Klimaschutz w├Ąre, alle anderen Menschen zahlenm├Ą├čig auf das Niveau von vor den Jahr 1890 herunterzufahren. Man m├╝sste Eltern generell straf besteuern, keinesfalls finanziell entlasten, denn Kinder stellen "klima-techno-logisch" die gr├Âsste Bedrohung ├╝berhaupt dar, f├╝r Kinder ist das Beste nur gut genug: Windeln aus Brasilien, Spielwaren aus China, Playstation aus S├╝dkorea/Taiwan und um so billiger ... desto mehr an diesen unn├╝tzen Dingen.

L├Âsung f├╝r das Klima: Wir m├╝ssen bei der Anzahl an Menschen sparen. Man stelle sich vor, was los ist, wenn jeder Inder in 5-10 Jahren ein eigenes Auto - einen Tata - f├Ąhrt. Eine echte Katastrophe, denn dann bleibt f├╝r uns ja gar kein Tropfen Ethanol-Alkohol mehr ├╝brig. Und wenn alle Chinesen lesen werden k├Ânnen, dann wollen sie sich mit der Zeitung nicht nur den Hintern wischen, sondern sie wollen die Zeitung dann auch lesen. Dann gibt es bei uns einen Brennholz-Engpass, die Chinesen lesen dann Zeitung, die aus unseren W├Ąldern stammt, weil es dann kein Tropenholz mehr geben wird, alle Fl├Ąchen sind ja f├╝r die Palm├Âlproduktion abgeholzt worden. Und wenn die dann ├╝ber 2 Milliarden Asiaten statt H├╝hnerfleisch pl├Âtzlich Appetit auf Schweinefleisch bekommen, dann kaufen sie den gesamten US-amerikanischen Markt mit Genmais als Futter f├╝r ihre Viehhaltung leer. Die Amis k├Ânnen dann zwar noch geraume Zeit vom eigenen Fett zehren...aber was dann ?

Wie gehen wir mit diesen Aussichten um ?

Ein bisschen jammern und dumm daherlabern ... Sinn h├Ątte es ja doch keinen, wenn die anderen nicht mitmachen. Wir versuchen also ganz einfach daraus Kohle zu machen. Die L├╝cken in der Stromversorgung werden offensichtlich zur Schau getragen und mit Engp├Ąssen gedroht. Neue "klima┬şneutrale" Atomkraftwerke sollen damit in der Bev├Âlkerung durchgesetzt und leichter realisiert werden. Mit dem ├ťberangebot an ATOM-Strom bleibt einer E.ON oder ENBW wirklich nichts anderes ├╝brig, als "desn├Ąchtens" klammheimlich Wasser aus tiefliegenden Stauseen in h├Âher gelegene Stauseen zu pumpen - hydroelektrischen Pumpspeicher-Kraftwerk nennt man das. Dann wird der St├Âpsel gezogen und das Wasser wieder zu Tale gelassen. Der damit erzeugte Strom wird - weil ja Wasserkraft - als ├ľkostrom richtig teuer gewinnbringend verkauft und auch exportiert, zu Spitzenlastzeiten selbstverst├Ąndlich, denn dann bringt er die meiste Kohle... ├Âko-logisch - ├Âko-nomisch !

Ein anderes Beispiel sind die Gro├čhandelsketten, die sich nicht scheuen, Gem├╝se aus S├╝damerika direkt neben den Bioprodukten auszulegen. ├äpfel aus Neuseeland gleich neben denen aus heimischer Produktion. Bananen liegen neben Sternfr├╝chten, Mangos und Litchis, und es erweckt den Eindruck, dass alle diese Fr├╝chte ganz von alleine in den Laden gekommen sind. In der Fischabteilung wird per Gro├čanzeige deutlich gemacht, dass man auf bedrohte Fischsorten und Fische, bei deren Fang Delphine zu Schaden kommen, verzichtet. Alle anderen werden aber genau solange verkauft, bis diese Arten letztendlich auch bedroht sind.

Gedruckte Wahlwerbung

Auch die politischen Parteien unternehmen enorm viel, um umweltfreundlicher zu produzieren ??? Es scheint aber manchmal so, dass all die Wahlaufrufe ├╝berhaupt g├Ąnzlich ├╝berfl├╝ssig seien. Wer liest denn schon alle in den Postkasten flatternden Wahlflyer und vielseitige Hochglanz gedruckte Wahlprogramme, ist das nicht unangeforderte Werbung ? Ist diese Art Werbung auch mit schuld an der Klima┬şerw├Ąrmung ? Auch wir werden einen Flyer aussenden - aber nur EINEN !

Es stellt sich nun die entscheidende Frage, was es dem Klima kostet, unsinnige Produkte, die dar├╝berhinaus niemand will, zu vervielf├Ąltigen und zu Tausenden ungelesen dem Recycling, wenn ├╝berhaupt, zuzuf├╝hren ? Schlimmstenfalls dienen diese Papierfluten zum Anfeuern der M├╝llverbrennungsanlagen, um die erforderlichen Temperaturen schnellstm├Âglich zu erreichen. W├Ąre es nicht besser, auf solche Massenprodukte lieber ganz zu verzichten, als sie "klimaneutral-zynisch" auf Umweltpapier-Papier zu produzieren. Aber es sind gew├Âhnlich immer die anderen, die etwas f├╝r das Klima tun sollen. Wollen wir wirklich verzichten und unter Umst├Ąnden ganze Wirtschaftszweige ruinieren ? Sollen wir sparsame, leichtere Autos bauen und damit BMW und AUDI ruinieren, wie es die CSU-Altvorderen samt angeschlossenem ADAC immer wieder behaupten ? ├ľkologiche Produkte herzustellen ist heute ein sehr lukratives Nischengesch├Ąft und hat ├╝berhaupt nichts mit einer unternehmerischen ├ľko-Haltung zu tun, wie es oft vorgegaukelt wird. Wir alle zusammen verhalten uns gegen├╝ber der Umwelt offensichtlich nachhaltig schlecht, sogar gedankenlos und v├Âllig egoistisch und eigenn├╝tzig.

"... wir wollen uns doch gar nicht ├Ąndern ÔÇô denn mit dem ma├čgeschneiderten "├ľKO-M├Ąntelchen" l├Ąsst es sich doch ganz gut leben ..."

Literaturnachweis: