JOSEF ROSNER

Nahversorgungskonzepte

Waldkirchen: Das Kreuz mit der Kreuzung

Neuer Knotenpunkt an der Umgehung erregt die GemĂŒter - und zwar noch immer


Quer drĂŒber trotz Gegenverkehr: So mancher bog sich die Kreuzung zurecht. (Foto: Seidl)

Waldkirchen, 31.12.2007: „Abbiegemonstrum“, „Kreuzungs-Ungeheuer“, „SchildbĂŒrgerstreich“, „Fehlplanung“ oder schlicht „Murks“ - es waren bisweilen fantasievolle, aber stets wenig schmeichelhafte Bezeichnungen, die so manche Autofahrer fĂŒr den neuen Knotenpunkt im Osten der Stadt fanden. Rechtzeitig vor Beginn der Gartenschau wurde das Bauwerk dem Verkehr ĂŒbergeben - und ein Sturm der EntrĂŒstung, so schien es, brach los.

Denn die ungewohnten neuen Abbiegesituationen - wer Pech hat, muss auf einer Distanz von 400 Metern viermal warten - erregten die GemĂŒter. Und so dauerte es nicht lange, bis sich die Ersten die Kreuzung zurechtbogen - und einfach ohne langes Blinkersetzen quer ĂŒber die vielbefahrene Umgehung fuhren.

Bei den Waldkirchner BĂŒrgerversammlungen konnte sich BĂŒrgermeister Josef Höppler dann auch so einiges anhören, dabei sitzen die Verantwortlichen in Passau, im Staatlichen Bauamt. Und sie verteidigen das komplexe Bauwerk als die beste von zwölf möglichen Lösungen, die ausgiebig geprĂŒft worden seien. Drei StaatsstraßenĂ€ste, eine Kreisstraße und zwei Ortsstraßen auf kleinem Raum zu verknĂŒpfen sei nur auf diese Art und Weise sinnvoll. Der vielbeschworene Kreisel dagegen ein Bremsklotz im leistungsfĂ€higen Autobahnzubringer.

Schnell wurde der Knotenpunkt zum Politikum - und er ist es noch: Dr. Anton Hofreiter, Obmann der GrĂŒnen im Verkehrsausschuss des Bundestages, machte ihn bayernweit als „Beispiel fĂŒr die Verschwendung von Steuergeldern“ bekannt. Die Graineter CSU und die ödp Waldkirchen haben angekĂŒndigt, das „Abbiegemonstrum“ zum Wahlkampfthema zu machen.

Quelle: PNP Waldkirchen


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  Wer weiß den Weg ?
  Wer nimmt schon den Umweg ?
  viel zu enge Radien ?

Thermische Energien ungenutzt verpuffen lassen ?

bei den meisten landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird die thermische Energie ausser fĂŒr ProzeßwĂ€rme ungenutzt ĂŒber TischkĂŒhler in die Umwelt verpufft. 2 Cent pro kW werden normalerweise bezahlt, wenn die WĂ€rme abgenommen wird. Mit diesem Preis kann kein Landwirt ĂŒberzeugt werden, langfristig Energie zu liefern bzw. LiefervertrĂ€ge einzugehen.

Zur Info: mit einem Liter Heizöl · zum Preis von derzeit 67 Cent · können 10 kW erzeugt werden. Andersherum gerechnet hat ein kW einen Wert von 6,7 Cent. BerĂŒcksichtigt man noch den CO2-Ausstoß beim Verbrennen des Heizöls, ist die Verwendung der Thermischen Energie bezĂŒglich der Umweltbilanz fast ein Muss.

Biogasanlagen haben einen Wirkungsgrad von 40% elektrisch und 60 % thermisch. Anlagen mittlerer GrĂ¶ĂŸe erzeugen in durchschnittlich 7.200 Stunden/Jahr in etwa 2.000.000 kW Strom. Damit fallen bei der Produktion automatisch 3.000.000 kW WĂ€rme an, hauptsĂ€chlich aus der KĂŒhlung der Motoren. Zieht man die ProzesswĂ€rme ab, benötigt fĂŒr die ErwĂ€rmung der Biomasse beim GĂ€rprozess und die Beheizung der Rohrleitungen, verbleiben 2.500.000 kW. Diese Energie entspricht - bei einem VerhĂ€ltnis von 1:10 - einer Menge von 250.000 Litern Heizöl.

Die An- bzw. Einbindung bei der Planung von Nahversorgungskonzepten ist daher ein absolutes Muss bei entsprechender VergĂŒtung.

CO2 -Freisetzung fossiler EnergietrÀger

Grundlage: 293 g CO2/kWh entstehen bei der Verbrennung eines Liters Heizöl

angesichts der Tatsache, dass damit der CO2 Ausstoß fĂŒr 250.000 Liter Heizöl/Jahr um 732 Tonnen reduziert werden könnte, ist es grundsĂ€tzlich zu befĂŒrworten, wenn AbwĂ€rme von Biogasanlagen zuallererst genutzt wird, bevor man ĂŒberhaupt daran denkt, die WĂ€rme anderweitig erzeugen zu wollen !

Josef Rosner

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