JOSEF ROSNER

Nach beendetem Tarifstreit: Bahn streicht Stellen und erhöht Preise

Berlin, 15. Januar 2008: Bahnchef Hartmut Mehdorn hat die Einigung auf die Eckpunkte eines eigenstĂ€ndigen Tarifvertrages fĂŒr die LokfĂŒhrer, der unter anderem elf Prozent Entgelterhöhung vorsehen soll, als "Niederlage, nicht nur fĂŒr die Bahn, sondern fĂŒr den Standort Deutschland" bezeichnet. Der Abschluss gehe weit ĂŒber das wirtschaftlich vertretbare Maß hinaus, sagte Mehdorn.

Den jĂ€hrlichen Schaden bezifferte er auf 200 Millionen Euro, fĂŒr die kommenden fĂŒnf Jahre ergebe sich eine "Belastung in Milliardenhöhe". Das gelte es aufzufangen, und "das wird uns auch gelingen", sagte der Bahnchef. Allerdings werde das Konsequenzen fĂŒr ArbeitsplĂ€tze und Standorte der Deutschen Bahn haben, sowie Konsequenzen fĂŒr die Preise.

Die Bahn werde mit den derzeitigen Personalkostenstrukturen nicht mehr im Wettbewerb bestehen können. "Wir mĂŒssen auch darĂŒber nachdenken, ob wir das BeschĂ€ftigungsbĂŒndnis aufrecht erhalten können", ergĂ€nzte der Bahnchef. Der BeschĂ€ftigungspakt, der bis 2010 gilt und von den Gewerkschaften Transnet und GDBA 2006 unter anderem mit Streiks erzwungen wurde, steht laut Mehdorn unter der Bedingung "maßvoller TarifabschlĂŒsse". "Im Ergebnis werden wir alle Möglichkeiten zur Rationalisierung einschließlich der Verlagerung in Billiglohngebiete nutzen mĂŒssen", sagte Mehdorn.

Quelle: N24 + (AP)