JOSEF ROSNER

Thermische Energien ungenutzt verpuffen lassen ?

bei den meisten landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird die thermische Energie ausser f√ľr Proze√üw√§rme ungenutzt √ľber Tischk√ľhler in die Umwelt verpufft. 2 Cent pro kW werden normalerweise bezahlt, wenn die W√§rme abgenommen wird. Mit diesem Preis kann kein Landwirt √ľberzeugt werden, langfristig Energie zu liefern bzw. Liefervertr√§ge einzugehen.

Zur Info: mit einem Liter Heiz√∂l ¬∑ zum Preis von derzeit 67 Cent ¬∑ k√∂nnen 10 kW erzeugt werden. Andersherum gerechnet hat ein kW einen Wert von 6,7 Cent. Ber√ľcksichtigt man noch den CO2-Aussto√ü beim Verbrennen des Heiz√∂ls, ist die Verwendung der Thermischen Energie bez√ľglich der Umweltbilanz fast ein Muss.

Biogasanlagen haben einen Wirkungsgrad von 40% elektrisch und 60 % thermisch. Anlagen mittlerer Gr√∂√üe erzeugen in durchschnittlich 7.200 Stunden/Jahr in etwa 2.000.000 kW Strom. Damit fallen bei der Produktion automatisch 3.000.000 kW W√§rme an, haupts√§chlich aus der K√ľhlung der Motoren. Zieht man die Prozessw√§rme ab, ben√∂tigt f√ľr die Erw√§rmung der Biomasse beim G√§rprozess und die Beheizung der Rohrleitungen, verbleiben 2.500.000 kW. Diese Energie entspricht - bei einem Verh√§ltnis von 1:10 - einer Menge von 250.000 Litern Heiz√∂l.

Die An- bzw. Einbindung bei der Planung von Nahversorgungskonzepten ist daher ein absolutes Muss bei entsprechender Verg√ľtung.

CO2 -Freisetzung fossiler Energieträger

Grundlage: 293 g CO2/kWh entstehen bei der Verbrennung eines Liters Heizöl

angesichts der Tatsache, dass damit der CO2 Aussto√ü f√ľr 250.000 Liter Heiz√∂l/Jahr um 732 Tonnen reduziert werden k√∂nnte, ist es grunds√§tzlich zu bef√ľrworten, wenn Abw√§rme von Biogasanlagen zuallererst genutzt wird, bevor man √ľberhaupt daran denkt, die W√§rme anderweitig erzeugen zu wollen !

Josef Rosner